KI-Modelle sind selten das Rendite-Problem

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In der aktuellen Situation um KI-Modelle und KI-Agenten wird häufig argumentiert, dass die Abrechnung in Token ein großes Problem darstellt. Dabei ist es am Anfang oft unklar, welche Kosten bei der Nutzung von KI-Systemen wirklich entstehen. Siehe dazu auch Wirtschaftlichkeit von KI-Agenten: Warum kommt es bei den Token-Kosten oft zu regelrechten Abrechnungsschocks?

Solche technologischen Aspekte überlagern dabei die Kosten, die in der Organisation und bei den Mitarbeitern entstehen. In einem Gesamtsystem Mensch, Organisation und Technologie (MOT-Modell) ist es wichtig, einzelne Elemente sinnvoll auf das eigene Geschäftsmodell und die dazu erforderlichen Geschäftsprozesse abzustimmen.

Gerade Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU) mit ihren begrenzten Ressourcen sollten darauf achten, das gesamte KI-System auf ihre Organisation abzustimmen und nicht immer nur dem nächsten technologischen Hype hinterherzujagen. In einem lesenswerten Artikel stellt M. Kramer ausführlich dar, dass dieser rein Tech-getriebene Ansatz nicht wirtschaftlich ist.

„None of this lessens the technology. Models will keep improving, and that progress matters. But the next wave of AI value will come less from models becoming more capable and more from organisations becoming more capable of using them. Capability sets what is possible. The operating model decides how much of that possibility the business ever sees“ Kramer, M. (2026) Analyst Insights: The AI ROI Problem Is Rarely the Model.

Wie man in einem mittelständischen Unternehmen vorgehen kann, habe ich in dem Blogbeitrag KI-System im Mittelstand: Von der Wissensbilanz lernen grob dargestellt.

KI-System im Mittelstand: Von der Wissensbilanz lernen

In der aktuellen Diskussion um Künstliche Intelligenz kann man den Eindruck gewinnen, dass es fast täglich um neue, technische Möglichkeiten geht. Diese Neuerungen bei den Anwendungen sind allerdings so schnell, dass sie kaum noch in die Organisationsprozesse eingebunden, und von Mitarbeitern aufgenommen werden können.

Die Priorisierung von Technologie (T) im Vergleich zur Organisation (O) oder auch zu den Menschen (M) kann als TOM-Modell bezeichnet werden, in dem es zu einer asymmetrischen Beschleunigungssituation kommt, die gerade für Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU), mit traditionell relativ wenig Ressourcen, gefährlich werden kann. KMU werden in diesem Modell zu getriebenen der Technologie und der KI-Modelle der Marktführer.

Eine ähnliche Entwicklung hatten wir schon einmal im Wissensmanagement, das auch zunächst vom TOM-Modell ausgegangen war. Mit dem besseren Verständnis von „Wissen“ – insbesondere die wichtige Rolle des impliziten Wissen – veränderte sich der Blick auf den Umgang mit Wissen. Das TOM-Modell wurde zum MOT-Modell mit dem Menschen (M) am Beginn von Überlegungen, der Organisation (O) und der Technologie (T). Allerdings war das nicht unbedingt als Reihenfolge zu verstehen, da ja alles mit allem zusammenhängt.

Letztendlich führten die Überlegungen zu der Erkenntnis, dass es sich beim Wissensmanagement eher um ein Wissenssystem handelt, in dem alles miteinander verbunden ist, und somit ein komplexes Wirkungsnetz entsteht. Darin gibt es Elemente, die sich gegenseitig selbst verstärken und auf den Erfolg der Organisation wirken (Generatoren).

Prinzipieller Aufbau eines Wirkungsnetzes ( In Anlehnung an Schels/Seidel, 2020)

Übertragen auf die Entwicklungen bei Künstlicher Intelligenz sollte ein Kleines und Mittleres Unternehmen (KMU) wie folgt vorgehen, um sein eigenes KI-System sinnvoll zu entwicklen:

Geschäftsprozesse beschreiben (max. 3)

Mensch: Kompetenzen in Bezug auf Künstliche Intelligenz definieren (3-5)

Organisation: Rahmenbedingungen beschreiben (3-5)

Technik: In Bezug auf Künstliche Intelligenz festlegen (3-5)

Stellen Sie nun alle 12 (mindestens) Einflussfaktoren miteinander in Beziehung und bewerten Sie möglichst im Team, wie stark der eine Einflussfaktor auf einen anderen Einflussfaktor wirkt (0, 1, 2, 3). Abschließend addieren Sie die Werte je Zeile (Aktivsumme) und in den Spalten (Passivsumme). Ein hoher Wert bei der Aktivsumme bedeutet, dass dieser Einflussfaktor stark auf das gesamte KI-System wirkt. Ein hoher Wert bei der Passivsumme bedeutet, dass das KI-System stark auf diesen Einflussfaktor wirkt. Abschließend wäre es noch möglich, Generatoren im System aufzuspüren, um sich mit den abzuleitenden Maßnahmen darauf zu konzentrieren.

Die Entscheidung für den Einsatz von KI und die Auswahl geeigneter Anwendungen sind für jedes einzelne KMU höchst individuell (Mittelstand Digital Focus Mensch, 2026).

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich auf diese Zusammenhänge in einem Paper ein.

Selbstchecks zu Digitalisierung und Künstliche Intelligenz

Quelle: https://digitalzentrum-chemnitz.de/wissen/generative-ki/

Das Mittelstand-Digital Zentrum Chemnitz hat zusammen mit der Technischen Universität Chemnitz verschiedene Selbstchecks zu den Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz zusammengestellt. Diese ermöglichen es gerade Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) je nach Schwerpunkt, den Ist-Zustand und den Soll-Zustand zu bestimmen. Diese einfache Gap-Analyse ermöglicht es dann den KMU gezielt Verbesserungen anzustoßen, um resilienter zu werden.

Die Abbildung zeigt einen Ausschnitt aus dem Selbstcheck zur Generativen Künstlichen Intelligenz. Blau hervorgehoben ist der selbst eingeschätzte IST-Zustand, und rot hervorgehoben der zu erreichende SOLL-Zustand zu erkennen. Die Ergebnisse können zurückgesetzt, geteilt oder auch gedruckt (beispielsweise als PDF) werden.

Die verschiedenen Checklisten bieten eine erste einfache Möglichkeit, sich mit den jeweiligen Themen gezielt und systematisch auseinanderzusetzen. Im Unternehmen ergeben sich daraus natürlich vielfältige Ansätze, die je nach Unternehmen und verfügbaren Ressourcen priorisiert werden sollten.

Als Ergänzung der einzelnen Checkliste kann ich mir ein einfaches Wirkungsnetz vorstellen, das Zielkonflikte aufzeigt: Zielkonflikte in einem einfachen Wirkungsnetz analysieren.

Darüber hinaus hat sich bei der Wissensbilanz – Made in Germany ein einfaches Wirkungsnetz bewährt, das auf den von Frederic Vester entwickelten Papiercomputer (auch als Vester’sche Einflussmatrix, Vernetzungsmatrix oder Vernetzungsgitter bekannt) zurückgeht. Das Ergebnis so einer Analyse zeigt dann auf, an welcher Stelle angesetzt werden sollte, um den größten Nutzen für das Gesamtsystem (Organisation) zu erreichen.

Das vernetzte Wissenssystem in Organisationen

Eigene Darstellung; vgl. Wissensbilanz 2.0 aus dem Jahr 2013

In Organisationen gibt es verschiedene Wissensbereiche, die miteinander vernetzt sind, und sinnvoll auf die zu erzielenden Ergebnisse abgestimmt werden sollten. Die Frage ist allerdings: Wie kann so ein Wissenssystem gesteuert werden, wenn alles mit allem zusammenhängt? Gerade in Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) ist es Führungskräften oft nicht klar, wie sie mit so einem komplexen System umgehen können (es managen können).

Eine Lösung bietet hier die Wissensbilanz, mit einer von Fraunhofer Institut entwickelten Vorgehensweise, an, die dann zu verschiedenen Ergebnissen führen (Abbildung). Um dahin zu kommen, müssen Vorarbeiten geleistet werden.

In Workshops erstellt zunächst ein Team aus der Organisation eine Wirkungstabelle (Wirkungsnetz), in der alle Einflussfaktoren aus den Bereichen Humankapital (HK), Strukturkapital (SK) und Beziehungskapital (BK), Geschäftsprozesse (GP) und Geschäftsergebnisse (GE) zueinander in Beziehung gesetzt werden. Damit die Qualität der Ergebnisse gesichert ist, sollte der Prozess in der Organisation moderiert werden. Es handelt sich dabei also nicht um eine Beratung.

In der Abbildung sehen Sie ein visualisiertes Teilergebnis aus dem Wirkungsnetz, wobei die Abhängigkeiten auch noch mit ihren zeitlichen Wirkungen zu erkennen sind. Darüber hinaus ist auch deutlich zu sehen, dass es einen sich selbst verstärkenden Regelkreis (Generator) gibt. Solche Erkenntnisse sind wichtig, um das gesamte Wissenssystem sinnvoll zu steuern. Sinnvoll meint hier, in Abhängigkeit der in der Organisation vorhandenen Ressourcen.

Zielkonflikte in einem einfachen Wirkungsnetz analysieren

Screenshot: In Anlehnung an Schels/Seidel (2020): Projektmanagement mit Excel

In dem Blogbeitrag Zielantinomien in der Projektarbeit: Ziele, die andere vollständig ausschließen ging es schon einmal darum, Unstimmigkeiten bei den Projektzielen bewusst zu machen.

Eine einfache Möglichkeit, Zielkonflikte systematisch zu analysieren, ist in der Abbildung auszugsweise dargestellt. Die genannten Projektziele werden tabellarisch gegenübergestellt und bewertet. 1: Zielkonflikt, 2: Neutral, 3: Ziele unterstützen sich.

Die Visualisierung des Zielsystems in einem Wirkungsnetz kann für viele Anspruchsgruppen (Stakeholder) hilfreich sein, um die Zusammenhänge und Abhängigkeiten besser zu verstehen.

Die Einschätzungen sollten dabei von einer Gruppe durchgeführt werden, in der horizontale Perspektiven (von Personen aus verschiedenen Fachbereichen) und vertikale Perspektiven (von Personen aus verschiedenen Hierarchieebenen) vertreten sind.

Qualitätsmanagement: Die neue ISO 9001:2026

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Die allseits bekannte ISO 9001 für Qualitätsmanagementsysteme liegt aktuell noch in der Version aus dem Jahr 2018 vor – es wird Zeit für ein Update, an dem auch schon gearbeitet wird. In der ISO 9001:2026 sollen viele neue Themen enthalten sein.

„Die Integration von KI und digitalen Tools zur Unterstützung von Qualitätssystemen soll aufgenommen werden – ein echtes Novum. Ein Fokus wird auf der Risiko- bzw. Chancenidentifikation ruhen – das ist sicher. Die Nachhaltigkeit wird an Bedeutung gewinnen, die ISO 9001 wird zur Basis für die Integration von ESG und CSRD – Details noch unbekannt. Aber auch Lieferkettenmanagement, organisatorisches Wissen, Change- und Resilienzmanagement sollen vertieft behandelt werden – lassen wir uns überraschen“ (Funk 2025, QZ News vom 15.08.2025).

Es ist gut, wenn ein Managementsystem alle wichtigen Themen der heutigen Realität abbildet. Dennoch könnte es sein, dass man die Norm mit den vielen Handlungsfeldern überfrachtet, und Organisationen dadurch überfordert. Was in der Endfassung herauskommt ist – wie gesagt – allerdings noch nicht klar.

Ich bin gespannt, ob es in der Norm auch eine Art Wirkungsnetz gibt aus dem hervorgeht, welche Einflussfaktoren für die jeweilige Organisation in den Fokus rücken sollten – also zu managen sind. Bei der Wissensbilanz – Made in Germany war so ein Wirkungsnetz Bestandteil der Vorgehensweise für ein Wissensmanagement-System. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht.

Gerade Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) tun sich oft mit der Komplexität des gesamten Management-Systems schwer, da ja alles mit allem zusammenhängt. Ein Wirkungsnetz mit den daraus abgeleiteten Generatoren hilft also KMU, das immer komplexer werdende Managementsystem effektiv und effizient zu bewältigen.

Projektaufbauorganisation und informelles Kommunikationsnetzwerk

Vergleich von formaler Aufbaustruktur und informellem Kommunikationsnetzwerk (Berendt/Ellmann 2008)

Die Beziehung zwischen einem Projekt und seinem Umfeld kann durchaus als komplex beschrieben werden (Siehe dazu diesen Blogbeitrag). Betrachten wir hierbei alleine die Aufbauorganisation und vergleichen diese mit dem informellen Kommunikationsnetzwerk, so ist schon ein deutlicher Unterschied zu erkennen (Abbildung). Die Farben in dem informellen Kommunikationsnetzwerk entsprechen den Farben, die bei der Aufbauorganisation für die verschiedenen Bereiche gewählt wurden.

“ In unserem Beispiel existieren drei funktionsbedingte Untergruppen, die untereinander nur wenige Informationen austauschen. Zudem sind Marketing und F&E intern nur gering vernetzt, während die Untergruppe Produktion über vergleichsweise viele wechselseitige Kommunikationsbeziehungen verfügt. Dies kann damit zusammenhängen, dass dieser Personenkreis eine effektive Kommunikationskultur entwickelt hat, von der die übrigen Gruppen profitieren könnten. Auf der anderen Seite könnten diese ausgeprägten Strukturen jedoch auch eine weitere Integration bzw. Optimierung erschweren“ (Berendt/Ellmann 2008)

Interessant dabei ist, dass die Autoren schon damals darauf hingewiesen haben, dass auch bei komplexen Projekten, bei denen die Selbstorganisation im Mittelpunkt steht, eine „zielgerichtete Kommunikation und Zusammenarbeit“ (ebd.) wichtig ist. Es macht also durchaus Sinn, sich solche informellen Kommunikationsnetzwerke nicht nur für plangetriebene, sondern auch für hybride und agile Vorgehensmodelle klar zu machen. Konkret kann das über die bekannte Organizational Network Analysis (ONA) erfolgen, oder etwas einfacher über ein Wirkungsnetz, das auf Frederic Vesters Papier-Computer zurückgeht, und das wir ja schon aus der Analyse des Wissensmanagement-Systems kennen.

Solche Zusammenhänge thematisieren wir auch in den von uns entwickelten Blended Learning Lehrgängen Projektmanager/in (IHK) und Projektmanager/in AGIL (IHK). Informationen dazu, und zu aktuellen Terminen, finden Sie auf unserer Lernplattform.

Erfolgreiche Open-Source-Projekte weisen eine selbstverstärkende Innovationsspirale auf

Innovationsspirale eines FOSS-Projektes (Basanta et al. 2022: Ein Open-Source-Ökosystem für die öffentliche Verwaltung)

Es ist immer wieder erstaunlich, wie intensiv sich manche Menschen dafür engagieren, dass Software frei entwickelt, und von jedermann genutzt werden kann. Diese Free Open Source Software (FOSS) – Bewegung kommt auch immer mehr in den Öffentlichen Verwaltungen, bei NGOs oder auch bei mittelständischen Unternehmen an. Interessant dabei ist, dass erfolgreiche Open-Source-Projekte eine sich selbst verstärkende Innovationsspirale aufweisen. Wie ist das zu erklären?

„Je mehr Nutzer:innen eine OpenSource-Software nutzen bzw. je nützlicher die Software für ressourcenstarke Lead User ist, desto eher werden einige der Nutzer:innen zur Weiterentwicklung der Software beitragen. Die so verbesserte Software ist wiederum attraktiver und nützlicher für mehr Nutzer:innen, wodurch mehr Akteure zu Verbesserung der Software beitragen und so weiter. Nach dieser Logik ist stets eine möglichst breite Basis an beitragswilligen Nutzer:innen und insbesondere eine Vielfalt an Lead Usern anzustreben. So bleibt die Innovationsspirale auch dann stabil, wenn die einzelnen Nutzer:innen nur hin und wieder einen Beitrag zum FOSS-Projekt leisten. Analog wächst dabei meist der Kreis der Entwickler:innen, die mit der Codebase vertraut sind, und somit das potenzielle Angebot an Dienstleistungen rund um das FOSS-Projekt“ (Basanta et al. 2022: Ein Open-Source-Ökosystem für die öffentliche Verwaltung).

Es ist schön zu sehen, wie Wirkungsnetze analysiert werden können, indem Generatoren (sich selbst verstärkende Einflussfaktoren) visualisiert werden. Ein ähnliches Vorgehen wird bei der Wissensbilanz – Made in Germany vorgeschlagen, um die ganzen Einflussfaktoren im Sinne von Generatoren zu analysieren. Weiterhin ist an dem Text interessant, dass auf Lead User eingegangen wird. Siehe dazu auch

In den von uns entwickelten Blended Learning Lehrgängen Projektmanager/in (IHK) und Projektmanager/in AGIL (IHK) nutzen wir ganz bewusst FOSS.. Informationen zu den Lehrgängen und zu aktuellen Terminen finden Sie auf unserer Lernplattform.

Wenn wir über ´Wissen´ sprechen, endet das oft in einer konzeptionellen Konfusion

Wissen ist der Schlüssel für den Wettbewerb auf der individuellen, organisationalen und nationalen Ebene. Interessant dabei ist, dass es auf diesen verschiedenen Ebenen oft unterschiedliche Konzepte gibt die viele Menschen – aber auch Organisationen – verwirren können (Wissensmanagement).

So, knowledge seems to be the key to the competitiveness of individuals, companies, and nations (Sveiby, 1997; Stewart, 1997; Davenport & Prusak, 1998, Drucker, 1993; Wurzburg, 1998; Kahin & Wilson, 1997). It seems to be the underlying factor driving social and economic change, technologies, and our everyday life (Castells, 1989; 1996; Mowery & Rosenberg, 1998; Malecki, 1991). Yet when we talk about such an important topic, we often end up in a conceptual confusion (Tuomi 1999:18.

Jedes Modell, jedes Konzept erscheint wichtig und nützlich zu sein, doch kommt es in komplexen sozialen Systemen auch darauf an, die Wirkungszusammenhänge zu beachten. Es geht also um die Frage: Wo anfangen?

Eine Wissensbilanz zeigt dies auf, indem sie die Einflussfaktoren wie Geschäftsergebnis, Geschäftsprozesse, und Einflussfaktoren aus dem Humankapital, Beziehungskapital und Strukturkapital in Beziehung zueinander stellt und bewertet. Daraus ergeben sich Aktiva und Passiva des Wissenssystems, und es ist mit Hilfe von Generatoren möglich zu bestimmen, an welchen Stellen das System verbessert werden sollte (Wissensmanagement).

Gerade dieser Punkt ist für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) wichtig, da diese mit ihren Ressourcen haushalten müssen. Die Generatoren stellen somit konkret dar, wie das Wissenssystem des Unternehmen gemangt werden sollte, um die Geschäftsergebnisse zu verbessern. Dieser Ansatz ist nicht nur für wirtschaftlich orientierte Unternehmen geeignet, sondern wird auch erfolgreich von sozialen Einrichtungen genutzt.

Qualität der Arbeit. Was ist das denn?

Die Broschüre Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2012): Qualität der Arbeit (PDF, 2.1 MB) geht auf 72 Seiten auf die verschiedenen Dimensionen der Arbeit – aus Arbeitnehmersicht – ein: Arbeitssicherheit und Gleichstellung, Einkommen und indirekte Arbeitgeberleistungen, Arbeitszeit, Ausgleich von Beruf und Privatleben, Beschäftigungssicherheit und Sozialleistungen, Arbeitsbeziehungen, Qualifikation und Weiterbildung, Zusammenarbeit und Motivation. Das ist sicherlich interessant. Spannender wäre es zu untersuchen, wie die einzelnen Einflussfaktoren zusammenhängen. Ein Wirkungsnetz, unternehmensspezifisch erstellt, könnte dem Unternehmen aufzeigen, an wechen Stellen nachgebessert werden sollte um die angepeilten Ergebnisse zu erzielen. Erst diese Perspektive wird der komplexen Dynamik (ein bischen) besser gerecht. Siehe dazu auch Wissensbilanz – Made in Germany, Interaktive Dienstleistungsarbeit oder Berufliche Kompetenzen.