Open Source AI: Ministral 3B auf dem eigenen Laptop nutzen

Screenshot von meiner Ollama App, die auf Ministral 3B als Open Source Ki-Modell zugreift

In verschiedenen Blogbeiträgen hatten wir aufgezeigt, wie in der Nextcloud mit Hilfe von Local AI Open Source KI-Modelle von Mistral AI genutzt werden können. Siehe dazu beispielhaft Digitale Souveränität: Wie kann ein KI-Modell aus LocalAI in den Nextcloud Assistenten eingebunden werden?

Dazu ist es allerdings empfehlenswert, für Local AI nicht den Server zu nutzen, auf dem Nextcloud läuft. Ein weiterer Server ist allerdings gerade für Kleine und Mittlerer Unternehmen (KMU) ein Aufwand, den viele scheuen. Wie kann es also kostengünstiger gehen?

In der Zwischenzeit gibt es von Mistral AI in der Model-Familie Mistral 3 auch das Modell Ministral 3B (inkl. Vergleichstabellen), das mit seiner Leistungsfähigkeit sogar das Modell Mistral 7B übertrifft, weil Ministral 3B sehr kompakt ist und gerade für die Nutzung auf normalen Laptops entwickelt wurde (Edge Computing).

Wie kann man Ministral 3B auf seinem eigenen Laptop nutzen?

(1) Um das Modell bequem zu nutzen, bietet sich die App Ollama an, die Sie zunächst auf Ihrem Laptop installieren.

(2) Nun laden Sie Ministral 3B auf Ihren Laptop herunter. Wenn Sie Windows 11 installiert haben geht das wie folgt: Tastenkombination Windows-Taste + R drücken, cmd in das Textfeld eingeben und mit Enter bestätigen. Mit dem Befehl ollama run ministral-3:3b wird das Modell (3GB) heruntergeladen.

(3) Das KI-Modell können Sie anschließend direkt in der Ollama-Oberfläche in einem Rollfeld auswählen. In der Abbildung sehen das rechts unten mit einem roten Rechteck hervorgehoben.

(4) In meinem Fall habe ich Ministral 3B eine komplexe Frage zu Open User Innovation aus der Perspektive von Eric von Hippel gestellt, die zügig und gut beantwortet wurde.

Die Nutzung eines Open Source KI-Modells (Open Weight Models) auf dem eigenen Laptop bietet für Freelancer oder Kleinen Unternehmen die Möglichkeit, leistungsfähige KI-Modelle auf Ihrer eigenen Infrastruktur ohne zusätzliche Kosten zu nutzen.

Gleichzeitig ist Ministral 3B ein Modell, dass auf dem Open Source Gedanken beruht, europäische KI- und Datenschutz- Standards beachtet und somit einen wichtigen Schritt in Richtung der eigenen Digitalen Souveränität aufzeigt.

Auf der MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich auf diese Zusammenhänge in zwei Paper ein:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

KI-Agenten: Agents of Chaos?

https://agentsofchaos.baulab.info/

Nach den großen KI-Sprachmodellen (LLM: Large Language Models), den kleineren Modellen (SLM: Small Language Models), den Mixed of Experts (MoE) Models sind seit einiger Zeit KI-Agenten im Fokus der Anbieter, Anwender und Forscher.

Nach dem ersten Hype um KI-Agenten mit Aussagen wie „KI Agenten ersetzen Mitarbeiter“ oder „KI-Agenten erhöhen die Produktivität“ usw. ist in der Zwischenzeit eine gewissen Ernüchterung eingetreten.

Ein Grund sind die unbestimmbaren Kosten von KI Agenten (Tokens). Siehe dazu Wirtschaftlichkeit von KI-Agenten: Warum kommt es bei den Token-Kosten oft zu regelrechten Abrechnungsschocks?

Ein weiterer Aspekt ist, dass die KI-Agenten eine Eigendynamik entwickeln, die von den Tech-Konzernen nicht mehr kontrolliert werden kann. Dazu haben Sie sicherlich auch in den einschlägigen Medien die Berichte über KI-Agenten gelesen, die „von sich aus“ andere Unternehmen und Organisationen gehackt haben. Beispielhaft sei hier nur die Meldung von der Tagesschau vom 22.07.2026 genannt: KI von OpenAI steuert eigenständig Hackerangriff – und nein, das ist kein Einzelfall.

Dass Unternehmen so sorglos mit dieser Entwicklung umgehen ist bemerkenswert, denn: Wer trägt den angerichteten Schaden? Möglicherweise entsteht der Schaden auch noch viel später und kann gar nicht mehr auf die Ursache zurückgeführt werden. Die in der Softwarebranche übliche Vorgehensweise, unfertige Software auf den Markt zu bringen und durch die Anwendung der Nutzer zu optimieren, ist im Zusammenhang mit KI-Agenten nicht sehr intelligent.

In der Forschungslandschaft haben schon viele Forscher auf die Tücken von KI-Agenten hingewiesen, doch werden solche Erkenntnisse oftmals von den Tech-Konzernen als störend für das Geschäftsmodell empfunden. Es ist allerdings die Aufgabe von Forschern, ohne Rücksicht auf die ohnehin einseitigen wirtschaftlichen Interessen von Unternehmen, auf wichtige Erkenntnisse hinzuweisen.

Beispielhaft möchte ich dazu die folgende Veröffentlichung nennen. Die Ergebnisse zeigen, wie chaotisch und teilweise gefährlich die Zusammenarbeit der KI-Agenten verlief.

„Observed behaviors include unauthorized compliance with non-owners, disclosure of sensitive information, execution of destructive system-level actions, denial-of-service conditions, uncontrolled resource consumption, identity spoofing vulnerabilities, cross-agent propagation of unsafe practices, and partial system takeover“ (Shapira, N. et al. 2026 Agents of Chaos. Available from https://arxiv.org/abs/2602.20021).

Auf Basis guter wissenschaftlicher, transparenter und nachvollziehbarer Arbeit, haben die Forscher auf der dazugehörenden Website (Abbildung) die Vorgehensweise, die verwendeten KI-Agenten und die generierten Daten veröffentlicht. Es kann sich somit jeder ein eigenes Bild von dem Chaos der Agenten machen. Nicht umsonst heißt der Titel der Veröffentlichung und der dazugehörenden Website Agents of Chaos.

Es wäre gut, wenn einzelne Personen, Unternehmen und Öffentliche Verwaltungen nicht blind den Marketingversprechen der Konzerne folgen, sondern auch wissenschaftliche Erkenntnisse in ihre Entscheidungen zu KI einbeziehen würden.

Auf der MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich auf solche Zusammenhänge ein:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

KI-System im Mittelstand: Von der Wissensbilanz lernen

In der aktuellen Diskussion um Künstliche Intelligenz kann man den Eindruck gewinnen, dass es fast täglich um neue, technische Möglichkeiten geht. Diese Neuerungen bei den Anwendungen sind allerdings so schnell, dass sie kaum noch in die Organisationsprozesse eingebunden, und von Mitarbeitern aufgenommen werden können.

Die Priorisierung von Technologie (T) im Vergleich zur Organisation (O) oder auch zu den Menschen (M) kann als TOM-Modell bezeichnet werden, in dem es zu einer asymmetrischen Beschleunigungssituation kommt, die gerade für Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU), mit traditionell relativ wenig Ressourcen, gefährlich werden kann. KMU werden in diesem Modell zu getriebenen der Technologie und der KI-Modelle der Marktführer.

Eine ähnliche Entwicklung hatten wir schon einmal im Wissensmanagement, das auch zunächst vom TOM-Modell ausgegangen war. Mit dem besseren Verständnis von „Wissen“ – insbesondere die wichtige Rolle des impliziten Wissen – veränderte sich der Blick auf den Umgang mit Wissen. Das TOM-Modell wurde zum MOT-Modell mit dem Menschen (M) am Beginn von Überlegungen, der Organisation (O) und der Technologie (T). Allerdings war das nicht unbedingt als Reihenfolge zu verstehen, da ja alles mit allem zusammenhängt.

Letztendlich führten die Überlegungen zu der Erkenntnis, dass es sich beim Wissensmanagement eher um ein Wissenssystem handelt, in dem alles miteinander verbunden ist, und somit ein komplexes Wirkungsnetz entsteht. Darin gibt es Elemente, die sich gegenseitig selbst verstärken und auf den Erfolg der Organisation wirken (Generatoren).

Prinzipieller Aufbau eines Wirkungsnetzes ( In Anlehnung an Schels/Seidel, 2020)

Übertragen auf die Entwicklungen bei Künstlicher Intelligenz sollte ein Kleines und Mittleres Unternehmen (KMU) wie folgt vorgehen, um sein eigenes KI-System sinnvoll zu entwicklen:

Geschäftsprozesse beschreiben (max. 3)

Mensch: Kompetenzen in Bezug auf Künstliche Intelligenz definieren (3-5)

Organisation: Rahmenbedingungen beschreiben (3-5)

Technik: In Bezug auf Künstliche Intelligenz festlegen (3-5)

Stellen Sie nun alle 12 (mindestens) Einflussfaktoren miteinander in Beziehung und bewerten Sie möglichst im Team, wie stark der eine Einflussfaktor auf einen anderen Einflussfaktor wirkt (0, 1, 2, 3). Abschließend addieren Sie die Werte je Zeile (Aktivsumme) und in den Spalten (Passivsumme). Ein hoher Wert bei der Aktivsumme bedeutet, dass dieser Einflussfaktor stark auf das gesamte KI-System wirkt. Ein hoher Wert bei der Passivsumme bedeutet, dass das KI-System stark auf diesen Einflussfaktor wirkt. Abschließend wäre es noch möglich, Generatoren im System aufzuspüren, um sich mit den abzuleitenden Maßnahmen darauf zu konzentrieren.

Die Entscheidung für den Einsatz von KI und die Auswahl geeigneter Anwendungen sind für jedes einzelne KMU höchst individuell (Mittelstand Digital Focus Mensch, 2026).

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich auf diese Zusammenhänge in einem Paper ein.

KI-Modelle: Kategorien im Vergleich

UN (2026) Preliminary Report of the Independent International Scientific Panel on AI
https://www.un.org/independent-international-scientific-panel-ai/en/preliminary-report

In dem Beitrag Das Kontinuum zwischen Closed Source AI und Open Source AI hatte ich darauf hingewiesen, dass es zwischen den Polen Closed Source AI (Proprietary Models) und Open Source AI ein Kontinuum gibt. In der Abbildung ist dazu beispielhaft die Kategorie Open Weight AI Models positioniert.

Alleine der Vergleich dieser drei Kategorien zeigt, dass Open Source Models im Vergleich zu den dominierenden Proprietary Models und Open Weight Models erhebliche Vorteile haben. Es wundert daher nicht, dass in den letzten Jahren ein deutlicher Trend zu Open Source AI Models zu erkennen ist. Dominiert wird der Markt allerdings (noch) von den KI-Modellen, die von großen Unternehmen entwickelt wurden.

„Business-led development. The development of frontier, general-purpose AI models is dominated by a small number of private firms with massive computing resources. In 2025, 91% of notable AI models originated from the private sector. Consequently, many decisions about training data, safeguards, deployment thresholds, model access and capability release sit inside private firms“ (UN 2026).

Interessant an der Abbildung oben ist, dass noch eine weitere Spalte zu erkennen ist: Open Development AI Models. Diese Kategorie ist (noch) sehr selten, obwohl gerade dieser Ansatz die größten gesellschaftlichen Vorteile verspricht. In Europa haben wir in dieser Richtung mit EuroLLM, Teuken 7B oder auf SOOFI vielversprechende Entwicklungen. Siehe dazu auch Open Street Map: Europäische Open Source KI Modelle in den jeweiligen Landessprachen.

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026, 16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn gehe ich auf diese Zusammenhänge in zwei meiner Paper ein.

MISSION KI: Wie vertrauenswürdig sind KI-Modelle?

Abstract structure and delineation of an AI system. Source: Fraunhofer IAIS Assessment Catalogue (2021) (MISSION AI 2025)

Es gibt Millionen von KI-Modellen bei denen manchmal nicht klar ist, ob man ihnen als Privatperson, als Unternehmen oder als Öffentliche Verwaltung trauen kann. Denn: It all starts with trust.

Image by Gerd Altmann from Pixabay

Wenn dem so ist, stellt sich natürlich gleich die Frage, wie Vertrauenswürdigkeit bei KI-Modellen eingeschätzt und bewertet werden kann.

Zunächst einmal muss so eine Vorgehensweise von neutralen Stellen und nicht von den Unternehmen selbst durchgeführt werden. Auch die Kriterien sollten natürlich transparent und offen sein.

Solche Initiativen gibt es seit einigen Jahren auf internationaler und nationaler Ebene. International befasst sich die IEEE 8000.1 Working Group mit der Vertrauenswürdigkeit von Künstlicher Intelligenz. In Deutschland ist es seit 2023 die MISSION AI, die ein entsprechendes Rahmenwerk entwickelt.

„It combines established approaches (VDE SPEC 90012Fraunhofer IAIS Prüfkatalog, Joint Specification for Trustworthy AI Systems) into an integrated assessment framework“ (MISSION KI).

In der Veröffentlichung MISSION KI (2025) Quality Standard for Low-Risk AI (PDF) werden Vorgehensweise, Kriterien usw. auf mehr als 100 Seiten ausführlich erläutert.

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026, 16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn gehe ich auf diese Zusammenhänge in zwei meiner Paper ein.

Digitale Souveränität in Deutschland: Von der Einstellung zur Umsetzung – eine deutliche Kehrtwende in Zahlen

Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich alles ändern kann. Vor mehreren Jahren, als ich auf Konferenzen die Digitale Abhängigkeit von amerikanischen Tech-Konzernen gerade bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz angesprochen hatte, wurde der Hinweis eher belächelt.

In der Zwischenzeit ist in Europa der Gedanke einer Digitalen Souveränität nicht nur als neue Einstellung angekommen, sondern ist in vielen Bereichen schon zu erkennen, dass die Einstellung in Handlungen umgesetzt werden. Das ist nicht eine von mir formulierte Wunschvorstellung, sondern kann in der Zwischenzeit durch aktuelle Zahlen bestätigt werden.

„Digitale Souveränität wandelt sich innerhalb eines Jahres von einer Frage der Einstellung zu einer Frage der Umsetzung. Fast doppelt so viele Unternehmen in Deutschland befinden sich 2026 aktiv in der Einführung europäischer Software-Lösungen: 39,7 Prozent gegenüber 20,4 Prozent im Vorjahr. Der Anteil derer, die einen Wechsel innerhalb der nächsten sechs Monate planen, steigt von 3,9 Prozent auf 20,4 Prozent um über 400 Prozent. Gleichzeitig bricht der Anteil der Entscheider, die keine europäische Software einführen wollen, von 47,7 auf 4,6 Prozent fast komplett ein. Die Zahl der Unentschlossenen sinkt von 17,4 auf 3,9 Prozent. Eine klare Kehrtwende“  MYRA Security GmbH (2026) Unchartered Waters. State of Digital Sovereignty 2026 (PDF).

Siehe dazu auch  Open Street Map: Europäische Open Source KI Modelle in den jeweiligen Landessprachen und Skill shortage: Es fehlen Kompetenzen zu Open Source Software und Open Source Hardware.

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026, 16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn gehe ich auf diese Zusammenhänge in zwei meiner Paper ein.

Künstliche Intelligenz und das Internationale Seerecht: Vom Mare Clausum zum Mare Liberum

Image by Christine JAMIN from Pixabay

In der Veröffentlichung MYRA Security GmbH (2026) Unchartered Waters. State of Digital Sovereignty 2026 (PDF) habe ich eine interessante Analogie gefunden, die ich hier in eigenen Worten wiedergeben möchte, obwohl Analogien / Vergleiche immer etwas hinken.

Wenn man sich mit dem Begriff der Souveränität beschäftigt, kann man bis zum 16. Jahrhundert zurückgehen. Dabei ging es zunächst um die Rolle des Souverän als Gewaltmonopol, mit Bodin (1530–1596) als Vordenker. Doch gibt es auch einen Bezug zu Souveränität, wenn wir uns die Entwicklung des Seerechts ansehen.

Durch die globale Vernetzung über die Weltmeere kam es schon im 15. Jahrhundert immer wieder zu Auseinandersetzungen, obwohl sich Spanien und Portugal in dieser Zeit im Vertrag von Tordesillas (1494) die Weltmeere aufgeteilt hatten. Es waren dabei zwei souveräne Meere entstanden, die von dem jeweiligen Land beansprucht wurden. In diesem Sinne kam es also zu jeweils geschlossenen Meeren: Lateinisch: Mare Clausum – Englisch: Closed Sea.

Um die dadurch immer wieder auftretenden Konflikte zu lösen, schlug Hugo Grotius vor, die Meere als offene Meere zu sehen, die allen zur Verfügung stehen sollten. Er veröffentlichte „1609 die Schrift Mare Liberum, die das niederländische Begehren eines freien Handels zur See unterstützt und juristisch begründet“ (Quelle: Wikipedia). Lateinisch: Mare Liberum – Englisch: Open Sea. „Der Teil der Weltmeere, der außerhalb einer Dreimeilenzone lag (Seemeile, 1852 m), galt als internationales Gewässer“ (Internationale Gewässer).

„Damals stand Mare Clausum – das geschlossene Meer – gegen Mare Liberum. Europa will keine Isolation und keinen „Konflikt“ gegen amerikanische oder asiatische Technologie. Es will verhindern, dass kritische digitale Infrastruktur faktisch in fremden Hoheitszonen gefangen bleibt. Die Forderung Europas nach digitaler Souveränität bedeutet in diesem Sinne dasselbe, was Grotius damals forderte: offene Räume, faire Regeln und echte Wahlfreiheit. Freiere digitale Weltmeere für eine neue Generation von Händlern“ (MYRA Security GmbH, 2026).

Ich kann mir hier die Analogie zu Closed Source AI und Open Source AI nicht verkneifen, auch wenn der Vergleich etwas hinkt. Dennoch: Open Source AI ist der zukunfsträchtigere Weg, Künstliche Intelligenz für alle Nationen und ihren Menschen nutzbar zu machen.

Es sollte nicht sein, dass das Machtmonopol nur bei einigen Wenigen liegt, die rein kommerzielle und kaum gesellschaftliche Interessen verfolgen. Das Beispiel des Seerechts zeigt auf, dass es sinnvoll ist, geschlossene Räume zu öffnen. Siehe dazu auch Open Source AI: Besser für einzelne Personen, Organisationen und demokratische Gesellschaften.

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich auf diese Zusammenhänge in zwei meiner Paper ein.

Künstliche Intelligenz: Kostenlose, unabhängige Online-Kurse – auch für Open Source KI

https://ki-campus.org/

Durch die neuen Möglichkeiten, Künstliche Intelligenz (KI, englisch AI) im privaten Umfeld, in Unternehmen und Öffentlichen Verwaltungen einsetzen zu können, entsteht natürlich ein riesiger Weiterbildungsbedarf.

In erster Linie versuchen die etablierten Anbieter proprietärer KI-Systeme durch „kostenlose“ Online-Lehrgänge mit firmeneigenem Zertifikat Personen und Organisationen an sich zu binden. Ich habe dabei das Wort „kostenlos“ absichtlich in Anführungszeichen gesetzt. Der Grund ist, dass diese Lehrgänge sich natürlich auf die KI-Modelle beziehen, die diese Unternehmen anbieten. Durch die Gewöhnung an die KI-Modelle entsteht eine Pfadabhängigkeit, die die Unternehmen dann später für die Kommerzialisierung nutzen. Die Nutzer solcher Angebote zahlen also mit ihrer KI-Abhängigkeit.

In der Zwischenzeit gibt es auf dem Weiterbildungsmarkt auch wieder sehr viele Angebote, die sich mit Künstlicher Intelligenz befassen. Dabei wird in den Ausschreibungen nicht immer angegeben, um welche KI-Modelle es sich handelt. Auch verwenden diese Angebote oftmals die gewohnten KI-Modelle, die die führenden Tech-Unternehmen anbieten. Es handelts sich hierbei um seine subtilere Art, seine Produkte in den Markt zu bringen, und die Nutzer auch über diesen Weg in die KI-Abhängigkeit zu führen.

Weiterbildungen im Bereich Open Source KI-Modelle findet man nicht so oft. Es besteht hier allerdings ein großer Bedarf, da viele Personen, Unternehmen und Öffentliche Verwaltungen gar nicht wissen, was mit Open Source KI möglich ist. Siehe dazu Skill shortage: Es fehlen Kompetenzen zu Open Source Software und Open Source Hardware.

Es freut mich daher, dass der KI-Campus hier eine Alternative bietet. Die vom Bund geförderte, gemeinwohlorientierte Initiative bietet kostenlose Online-Kurse (auch mit Zertifikat) für jeden und jede Organisation an. Dabei wird auch die strategische Bedeutung von Open Source KI (Closed Source AI – Open Source AI), Datensouveränität (Digitale Souveränität) durch Open Source KI thematisiert.

„Der KI-Campus ist die Lernplattform des Stifterverbandes für Künstliche Intelligenz. Mit kostenlosen Onlinekursen, Videos, Podcasts und Tools stärken wir als gemeinwohlorientierte Initiative KI-Kompetenzen in der Gesellschaft. Kooperation und Offenheit sind dabei Leitprinzipien für unsere Arbeit.“

Wenn es Ihnen also um Digitale Souveränität, Datenschutz und Transparenz bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz geht, sollten Sie sich überlegen, ob Sie sich nicht einmal mit Open Source AI befassen – am besten mit einem der vom KI-Campus dazu angebotenen kostenlosen Online-Kursen.

Künstliche Intelligenz: Von Output über Outcome zu Impact

Wirkungstreppe bei Not-for-Profit-Projekten (PHINEO 2021)

Die Abbildung zeigt zwar die Wirkungstreppe bei Not-for-Profit-Projekten, doch möchte ich daran verschiedene Aspekte der heutigen KI-Diskussion aufzeigen. Wie zu erkennen ist, geht es bei der Entwicklung und Anwendung der verschiedenen KI-Modelle meistens darum, dass sich Künstliche Intelligenz rechnet – die Kosten also niedriger sind als der Nutzen. In den Anfängen der KI-Nutzung sind dazu sehr viele Beispiel veröffentlicht worden die zeigen, wie wirtschaftliche der KI-Einsatz sein kann. In der Zwischenzeit wird allerdings immer öfter auch darüber diskutiert, welche immensen Kosten entstehen können. Siehe dazu auch Wirtschaftlichkeit von KI-Agenten: Warum kommt es bei den Token-Kosten oft zu regelrechten Abrechnungsschocks? Diese Zusammenhänge gehören in die Kategorie Output oder Outcome.

Entscheidender für mich ist allerdings die Frage: Welchen Impact generiert Künstliche Intelligenz? Die großen US amerikanischen Tech-Konzerne wollen die Gesellschaft nach ihren wirtschaftlichen Vorstellungen ändern. Chinesische Modelle wollen das auch, doch haben diese einen anderen, eher politischen Ansatz. Siehe dazu Digitale Souveränität: Europa, USA und China im Vergleich.

Wenn es um Künstliche Intelligenz geht, sollten wir uns zunächst die Frage nach dem Impact stellen, da die KI-Modelle gravierende Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben. Es sollte nicht so sein, dass KI-Unternehmen unsere Daten für ihre Geschäfte nutzen und auch noch bestimmen, welche Werte in der Gesellschaft vertreten werden sollen.

In Europa wird nach und nach erkannt, dass es Zeit ist, europäische Werte als Rahmen für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz zu setzen. Solche Grenzen werden die Tech-Konzerne nicht akzeptieren. Sie werden politischen Druck und ihre Lobbyarbeit nutzen, diesen europäischen Ansatz zu verwässern. Ich hoffe, dass die Europäische Union den eingeschlagenen Weg der sinnvollen Regulierung von Künstlicher Intelligenz weitergeht – zum Wohle der Menschen. Siehe dazu auch SuperEurope: The Unexpected Hero of the 21st Century.

Eigene Schuhe herstellen? Warum nicht mit KI-Unterstützung?

https://www.footwearology.online/course/3d-ai-footwear-workshop

Auf der Seite footwareology wird ein zweitägiger Online-Workshop für 75€ angeboten, in dem mit Unterstützung von Experten gezeigt wird, wie man selbst eigene Schuhe entwickeln und herstellen kann (Customization).

Die Unterstützung ist erforderlich, da es in dem komplexen Prozess immer wieder kleine Hürden gibt, die zu bewältigen sind. Vor dem Workshop sind einige Programme zu installieren, die auf der Website angegeben werden.

Insgesamt finde ich es spannend zu sehen, dass es immer mehr Möglichkeiten gibt, sein eigenes Produkt, seine eigenen Schuhe nicht nur zu entwickeln, sondern auch mit modernen technologischen Möglichkeiten herzustellen.

Dennoch halte ich es für zukunftsfähiger, wenn der gesamte Prozesses – nicht nur einzelne Elemente – zur Herstellung seiner eigenen Schuhe von Künstlicher Intelligenz unterstützt wird. Wir empfehlen dafür natürlich Open Source AI, wie z.B. Mistral 7b (open weight) und Open Source Software.

Diese beiden Punkte heben den Entwicklungs- und Herstellungsprozess auf ein neues Niveau.

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich darauf ein:

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

Mein zweites Paper:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs