Tapscott, D. (2007) zur digitalen Wirtschaft

In dem Interview in brand eins 2/2007 stellt Don Tapscott noch einmal die bekannten Vor- und Nachteile des sogenannten Web 2.0 für die Unternehmen dar. Dabei geht er auf kollektive Intelligenz, Transaktionskostentheorie usw. ein und kreiert so nebenbei einen weiteren marketingfähigen Begriff “wikinomics”. Aus den Antworten von Don Tapscott liesse sich eher der Begriff “web 2.0-onomics” ableiten, aber der ist doch zu sperrig für einen amerikanischen Vordenker… Also noch ein neuer Begriff für das bekannte Phänomen, dass Unternehmen mit den neuen technologischen Möglichkeiten konfrontiert werden (Siehe dazu auch meinen Blogbeitrag). Dennoch findet sich auch ein sehr interessanter Hinweis: “Das MP3-Phänomen ist im Grunde genommen ein Beispiel für die Kraft der Selbstorganisation von Musikliebhabern und Musikern, die damit Stück für Stück die großen Verlage und Labels entmachten (…).” Das Wort Selbstorganisation erinnert mich natürlich an Selbstorganisationsdispositionen, also an Kompetenzen. Ist die von Tapscott beschworene “wikinomics” daher nur modernes, dynamisches Kompetenzmanagement?

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3 Antworten auf „Tapscott, D. (2007) zur digitalen Wirtschaft“

  1. Nein, sehe ich nicht so, das Konzept greift weiter.

    Selbstorganisation steht hier IMHO grundsätzlich für Emergenz – das Entstehen von Mustern aus bottom-up-Prozessen zwischen unabhängigen, aber verbundenen Akteuren.

    In ähnlicher Form (und konkret) können sich auch in Wikis Muster und Regelmäßigkeiten in den Inhalten ausbilden, nicht als Ergebnis einer beherrschenden Instanz sondern als Ergebnis der ordnenden Aktivität vieler Nutzer …

    Sogesehen ist die eigentlich wichtige Kompetenz (in Unternehmen, Branchen, Communities etc.) die Kompetenz und Fähigkeit emergente Prozesse zuzulassen bzw. effizient aufzugreifen, was man durchaus als Meta-Kompetenz interpretieren könnte … in jedem Fall ein spannendes Thema in dem noch viel offen ist.

  2. Pingback: bwl zwei null

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