Der Artikel KMU zurückhaltend bei Open Innovation. Forschungsprojekt zeigt Weiterbildungsbedarf hebt hervor, dass KMU zwar Web 2.0 – Technologien nutzen (wollen), einem offenen Innovationsprozess (Open Innovation) allerdings kritisch gegenüberstehen. Doch: „Das Motto im Zeitalter des Mitmach-Web laute auch für Unternehmen ´Nur wer mitmacht, gewinnt´, so Prof. Salmen abschließend“. Es reicht somit nicht aus, das eine zu wollen (Web 2.0) und das andere zu lassen (Open Innovation), denn die Nutzung von neuen technischen Möglichkeiten wird auch den Innovationsprozess beeinflussen. Große Unternehmen zeigen deutlich auf, wie Open Innovation genutzt werden kann. KMU werden sich dieser Entwicklung auf Dauer nicht entziehen können. Es ist Zeit, sich rechtzeitig darauf einzustellen: Weiterbildung zu Open Innovation kann hier der erste Schritt sein.
Wie kann Open Innovation von Kliniken genutzt werden?
Der Artikel Open Innovation comes to Cleveland Clinic with $30K microsensor challenge vom 12.07.2011 zeigt deutlich auf, wie Kliniken Open Innovation nutzen können. Immerhin ist es der Klinik $30.000 wert, eine Problemlösung zu erhalten. Übertragen auf das gesamte Gesundheitswesen, kann Open Innovation dazu beiträgen, komplexe Probleme zu lösen, Kosten zu minimieren und die Qualität zu verbessern. Damit meine ich ausdrücklich nicht, ausschließlich die Gewinne der beteiligten Organisationen zu steigern, sondern für ein besseres Leben der Bedürftigen zu sorgen … Siehe dazu auch Mass Customization and Personalization im Gesundheitswesen.
Savitskaya, I. (2009): Towards Open Innovation in Regional Innovation System: The Case St. Petersburg
Der Research Report 214 Savitskaya, I. (2009): Towards Open Innovation in Regional Innovation System: The Case St. Petersburg zeigt deutlich auf, dass Open Innovation nicht nur in den USA, Asien und Westeuropa ein Thema ist. Auch in Russland befassen sich die Forscher mit den Entwicklungen zu Open Innovation, dabei kommt ihnen auch die Nähe zu Finnland zu Gute. Gerade Finnland ist hier sehr aktiv. Nicht umsonst fand die letzte Weltkonferenz MCPC 2009 in Helsinki statt. Abstract:
Innovation has become a key to sustainable growth and economic development. Its importance is recognised not only at a single company level, but also at the region and country level. Open innovation as an empowering model for knowledge economy has changed the approach to innovation management. Apparently, as Russia is in transition towards innovation based economy, its companies could not escape opening up their innovation process according to western patterns.
This research explores the value added by open innovation embracement in the region to the linkages of triple-helix model within innovation system. The research framework for regional open innovation system is developed in the study taking into account open innovation implementation practices and the centralised model for it is offered. Open innovation is viewed as an empowering mechanism for development of open innovation system.
The study is a qualitative case study. The findings of the study explain open
innovation implementation in the region in interconnection to local innovation system and its special features. The research framework developed in the study can be utilised further on for analogous research of ROISs in Russia and other countries, as well as for cross-systems comparisons.
Auch die von mir initiierte Konferenzreihe MCP-CE (Mass Customization, Personalization and Open Innovation in Central Europe), die im kommenden Jahr zum fünften Mal stattfinden wird, konnte ich in den letzten Jahren sehen, wie das Interesse an Open Innovation in Osteuropa stetig gewachsen ist. Siehe dazu auch MCPC 2011 oder Konferenzen.
Innovation: Noch ein Gipfel
Am 08.09.2011 findet der 5. Innovation – Unternehmergipfel im Deutschen Museum in München statt. Der Programmflyer informiert über den geplanten Ablauf und die verschiedenen Themen. Dabei fällt auf, dass mehrmals „in progress“ oder „angefragt“ zu lesen ist. Die Veranstaltung reiht sich ein in die vielen, vielen Gipfeltreffen: Umweltgipfel, Verbrauchergipfel, Bildungsgipfel, usw. Ich frage mich allen Ernstes: Was soll das? Gipfel bedeutet, die höchste Stelle eines Berges (Quelle). Übertragen auf diese Veranstaltung soll das wohl heißen, dass es nichts besseres zum Thema gibt. Ob das stimmt? Siehe dazu z.B. auch MCPC 2011.
MCPC 2011 in San Francisco: Mein Paper „Management of Uncertainty: The Key for Open Innovation“ wurde akzeptiert
Heute habe ich die Bestätigung erhalten, dass mein Paper für die 2011 Worldconference in Mass Customization, Personalization and Co-Creation (MCPC 2011) akzeptiert wurde. Die Konferenz findet vom 15.-19. November 2011 in San Francisco (Airport Marriott Waterfront) statt:
Dear Dr. Robert Freund:
Congratulations, your submission „Management of Uncertainty: The key for Open Innovation“ has been accepted for presentation at the MCPC 2011.
Es freut mich sehr, dass ich nach 2001 (Hong Kong: HKUST), 2003 (TU München), 2005 (Hong Kong:HKUST), 2007 (MIT, USA), 2009 (Helsinki, Finnland) nun auch in San Francisco einen Vortrag halten kann (Siehe dazu auch Veröffentlichungen oder Konferenzen) In meinem Paper habe ich die beiden mich stark interessierenden Themen Uncertainty und Open Innovation zusammengebracht und versucht, eine Möglichkeit zur Bewältigung von Unsicherheit/Unbestimmtheit in offenen Innovationsprozessen aufzuzeigen. Ich bin jetzt schon gespannt auf die Reaktionen auf meine Arbeit und auf die spannenden Diskussionen mit Teilnehmern aus aller Welt.
RKW-Podcast 04/2011 zu „Open Innovation in der Praxis“
Marktstudie Social Media Monitoring Tools kostenlos als Download
Die im letzten Jahr veröffentlichte Studie Kasper, H.; Dausinger, M.; Kett, H.; Renner, T. (2010): Marktstudie Social Media Monitoring Tools – IT-Lösungen zur Beobachtung und Analyse unternehmensstrategisch relevanter Informationen im Internet kann nun kostenlos heruntergeladen werden – toll. „Die Marktstudie enthält neben Übersichtstabellen detaillierte Produktprofile und beschreibt außerdem anbieterunabhängig die Funktionen und Einsatzmöglichkeiten von Social Media Monitoring Tools. Sie richtet sich an Geschäftsführung, sowie Führungs- und Fachkräfte aus Unternehmenskommunikation und Marketing, Produkt- und Innovationsmangement, Service und Vertrieb, sowie IT-Verantwortliche, die den Einsatz solcher Lösungen planen oder sich über deren Möglichkeiten informieren möchten.“
Der Konsumgütermarkt spürt deutlich einen Trend zu Mass Customization
In dem Artikel Kunden lieben Maßgeschneidertes (Der Handel, 25.06.2011) wird noch einmal deutlich herausgestellt, dass Mass Customization in der Konsumgüterbranche zunimmt. Da die Kunden mit neuen Technologien vertraut sind und diese auch zu einem großen Teil selbstorganisiert einsetzen können, werden entsprechende Onlineangebote genutzt. Interessant dabei ist auch, dass durch diesen Trend regionale Anbieter profitieren können, wodurch nachhaltiges Wirtschaften unterstützt wird.
Brauchen wir institutionelle Innovationen um unsere Wirtschaftsweise zu transformieren?
„Um unsere Wirtschaftsweise zu transformieren brauchen wir institutionelle Innovationen“ (Maja Göpel, Direktorin für Zukunftsgerechtigkeit beim World Future Council In: Die Zeit vom 22.06.2011, S. 35). Zunächst habe ich diesem Satz zugestimmt, doch er unterstellt, dass die Institutionen Einfluss nehmen können auf die Art und Weise, wie wir wirtschaften. Dieser Ordnungsgedanke von Institutionen entstammt einem System der Grenzziehung zwischen Staat und Wirtschaft, Arbeiten und Freizeit, Nationalstaat und „Rest der Welt“ usw. Solche Dichotomien sind in einer entgrenzten Welt nicht mehr zeitgemäß. Die Änderungsgeschwindigkeit (Lerngeschwindigkeit?) der Institutionen mit ihrem Beharrungsvermögen und veralteten Deutungsmustern steht dabei auch sozialen Veränderungen (Sozialen Innovationen) im Wege, wodurch es zu „Friktionen“ in allen Lebensbereichen kommt (Rechtssystem, Bildungssystem, Wirtschaftssystem, Bankensystem…). Aktuell hechelt die Politik mit ihren schwerfälligen Institutionen der Realität hinterher. Die Menschen wenden sich von dieser traditionellen Politik ab und organisieren sich selbst – über Grenzen hinweg. Diese Selbstorganisation basiert auf der Vernetzung Einzelner und kann dazu führen, unsere Wirtschaftsweise zu verändern. Beispiele sind schon in vielen Bereichen zu finden: Open Source, Open Innovation oder auch Open Democracy. Eine Veränderung der Wirtschftsweise durch Bottom-Up-Initiativen kann also eine Alternative sein. In vielen nordafrikanischen Staaten sieht man schon, wie sich die Bürger eines Landes vernetzen und die etablierten Institutionen zu Veränderungen bewegen.Doch: Afrika ist ja weit weg, oder?
Create Your Own: Video zu Mass Customization in der Bekleidungsbranche
Create Your Own – Mass Customisation from Sue J-J on Vimeo.
Das Video wurde zuerst auf der CYO 2011 in Berlin gezeigt und kann nun frei genutzt werden. Gerade der Bekleidungssektor mit seinen Standardgrößen und einer jährlichen Verschwendung von mehreren hundert Milliarden Euro ist geeignet für Mass Customization. Neue Technologien machen es seit langem möglich, individuelle Produkte und Dienstleistungen massenhaft zu einem angemessenen Preis auf den Markt zu bringen. Kunden erkennen immer deutlicher, dass dieser Ansatz eher in der Lage ist, ihre Anforderungen zu erfüllen. In den letzten 10 Jahren habe ich auf den verschiedenen Weltkongressen zu Mass Customization and Personalization gesehen, was alles möglich ist. Es ist an der Zeit, die bisher nur Insidern bekannten Chancen von Mass Customization zu nutzen – nicht nur in der Bekleidungsbranche. Mass Customization kann auch als Einstieg in einen eher offenen Innovationsprozess gesehen werden (Open Innovation), bei dem der Ermöglichungsraum für Problemlösungen erweitert und das Kundenwissen in die Wertschöpfung integriert wird. Siehe dazu auch
- Ist der Markt – sind die Kunden – reif für Mass Customization?
- Wie funktionieren Open Innovation und Open Manufacturing in der Bekleidungsbranche?
- Tragen Sie auch Schuhe, die nicht Ihren Maßen entsprechen?
- Warum muss ´Frau´10 Jeans anprobieren, bis eine passt?
- Size Germany: Braucht man diese Messungen?
- LEAPFROG: Das EU-Projekt zu Mass Customization in der Bekleidungsindustrie
- i-Fashion: Mass Customization in der Bekleisungsindustrie Koreas
- Schuhe für das 21. Jahrhundert: Warum nicht gleich richtig?
- Was hat der Ballenbreitengrad mit Mass Customization zu tun?
