Wissensarbeiter sind nicht vollkommen fungibel – Was heißt das?

wissenProjektarbeit ist auch Wissensarbeit. So ist es nicht verwunderlich, wenn man in den Veröffentlichungen von Tom DeMarco zu Projektmanagement auch immer wieder Hinweise zum Umgang mit Wissen findet. Beispielsweise kritisiert er die häufig anzutreffende Annahme, dass  “einzelne Mitarbeiter vollkommen fungibel” seien (DeMarco 2001:15):

fungibel [lat.-mlat.]:
1. austauschbar, ersetzbar (Rechtswissenschaft); fungible Sache: vertretbare Sache, d.h. eine bewegliche Sache, die im Verkehr nach Maß, Zahl u. Gewicht bestimmt zu werden pflegt (Rechtswissenschaft).
2. in beliebiger Funktion einsetzbar; ohne festgelegten Inhalt und daher auf verschiedene Weise verwendbar.

Die Annahme einer Austauschbarkeit von Wissensarbeitern ist dem Bild von einem Unternehmen als Maschine geschuldet, bei der jedes einzelne Teil ersetzt werden kann. Menschen werden in dieser Metapher als “Zahnräder” bezeichnet, die nur “ineinandergreifen” müssen, damit alles “funktioniert”. Die Sprache der Industrie ist für die heutige moderne Arbeitsform ungeeignet und sollte nicht mehr verwendet werden.

Diese Zusammenhänge besprechen wir auch in den von uns entwickelten Blended Learning Lehrgängen. Informationen dazu finden Sie auf unserer Lernplattform.

Kompetenzentwicklung? – Natürlich auch digital!

TB_Qualifizieren_Natuerlich_auch_digital_209ce8fa56875c5e1e76b26f812a7163_thumb_0_180x255x80Gut, ich habe den Titel der BMBF-Broschüre Qualifizieren? Natürlich auch digital! (Oktober 2015) etwas verändert, denn es geht heute nicht mehr alleine um Qualifizierung, sondern um Kompetenzentwicklung – das ist ein Unterschied (Blogbeitrag):

„Kompetenzen beziehen sich dabei auf die innerpsychologischen Voraussetzungen, die sich in der Qualität der sichtbaren Handlungen niederschlagen und diese regulieren und somit als Merkmale der Persönlichkeit aufscheinen. Im Zentrum dieses Kompetenzverständnisses steht somit das Individuum, mit all seinen Interessen und Bedürfnissen und nicht eine rechtsförmig bescheinigte Fertigkeit, im Sinne einer Qualifikation. Kompetenzentwicklung wird dabei als ein Prozess verstanden, ´in dem die fachliche, methodische und soziale Handlungsfähigkeit sowie die Selbstorganisationsfähigkeit (bzw. Teile dieser Facetten) erweitert, umstrukturiert und aktualisiert wird´“ (Erpenbeck/Sauer 2000:294).

Den zweiten Teil der BMBF-Überschrift habe ich gelassen, weil sie die Situation gut trifft. Es geht nicht um “Technologie ja oder nein”, sondern darum, die neuen Lernmöglichkeiten für den Einzelnen zu nutzen. In diesem Zusammenhang bieten wir verschiedene Blended Learning Lehrgänge mit IHK-Zertifikat an. Bitte informieren Sie sich ausführlich auf unserer Lernplattform.

Die Gesellschaft in der digitalen Transformation (Studie)

d21-studie-2015Die Studie D21-Digital-Index 2015 (PDF) zeigt auf, wie sich unsere Gesellschaft durch die neuen Technologien verändert. Diese Transformation bedeutet auf allen gesellschaftlichen Ebenen eine Weiterentwicklung und Anpassung. Die Ergebnisse der Studie überraschen nicht wirklich und bestätigen das, was man als informierter Bürger erwarten konnte. Überrascht werden nur die sein, die das Tempo der Transformation unterschätzen. Die enorme Geschwindigkeit der Veränderungen bedeutet, dass Regularien aus dem Industriezeitalter Bereiche zwar über eine begrenzte Zeit schützen können, dies allerdings zu Lasten von Innovationen geht. Die neuen Herausforderungen werden von Individuen und gesellschaftlichen Organisationen nur bewältigt werden können, wenn die erforderlichen Kompetenzen entwickelt werden. Kompetenzen als Selbstorganisationsdispositionen auf der individuellen Ebene, auf der Gruppenebene, auf der organisationalen und Netzwerkebene sind in einem turbulenten und komplexen Umfeld die Basis, die anstehenden Veränderungen zu bewältigen. solche Zusammenhänge besprechen wir auch in den von uns entwickelten Blended Learning Lehrgänge Innovationsmanager (IHK) und Wissensmanager (IHK). Informationen dazu finden Sie auf unserer Lernplattform.

Mass Customization in der Bildung

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In den letzten Jahren gibt es immer mehr Veröffentlichungen, die sich mit den Möglichkeiten individueller Lernprozesse befassen. Das ist gut, doch scheinen es manche mit Quellenangaben nicht so genau zu nehmen. Aus diesem Grund möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf meine ersten Veröffentlichungen zu Mass Customization in der Bildung hinweisen, die teilweise schon 14 Jahre zurückliegen. Schon damals war klar, dass neue Technologien Mass Customization in der Bildung ermöglichen würden (Veröffentlichungen):

Freund, R. (2005): Mass Customization in Education and Training. In: Rohmetra, N. (Ed.) (2005): Human Resource Development: Challenges and Opportunities, New Dehli, India

Freund, R. (2003): Mass Customization and Personalization in der Weiterbildung. Forum 2, 17.11.2003, Berlin, Deutschland Flyer | Präsentation

Freund, R.; Piotrowski, M. (2003): Mass Customization and Personalization in Adult Education and Training. 2nd Worldcongress on Mass Customization and Personalization MCPC2003, Munich, Germany. Download

Freund, R. (2003): Mass Customization and Personalization in der beruflichen Bildung. In: Community Schwerpunktthema August 2003 der Tele Akademie (FH Furtwangen) Download

Freund, R. (2003): Mass Customization in Education and Training, ELearnChina 2003, Edinburgh, Scotland. DownloadFlyer | Speaker

2001

Freund, R. (2001): Mass Customization in der beruflichen Bildung. Vortrag an der PH Freiburg im Rahmen der Weiterbildung zum Experten für neue Lerntechnologien (FH). Download

Arburg puscht Mass Customization

mass-customization.jpgAm 16.10.2014 hatte ich in dem Beitrag Additive Verfahren verändern die Kunststoffverarbeitung erheblich schon einmal darüber berichtet, wie neue Fertigungsverfahren (Additive Manufacturing) eine Branche verändern werden. Einer der Treiber war damals der Spritzgießmaschinenhersteller Arburg. Nun, ein Jahr später, nimmt diese Entwicklung Fahrt auf. In dem Artikel Arburg pushes Mass Customization (16.11.2015) wird deutlich, wie sich die neuen Verfahren auf die Prozesse und auf die Möglichkeiten der Individualisierung auswirken. Dass es nicht nur um Individualisierung, sondern um Massenindividualisierung handelt, zeigt den Weg in Richtung Mass Customization als hybride Wettbewerbsstrategie auf. Ich nehme seit 2001 an den Weltkonferenzen zu Mass Customization and Personalization teil –zuletzt war ich auf der MCPC 2015, die in Montréal stattgefunden hat. Bedenket man, dass der Begriff Mass Customization aus den 80er Jahren stammt, und die hybride Strategie schon 1993 mit Joe Pine´s Veröffentlichung  bekannt wurde, ist es verwunderlich, wie lange solche Prozesse in der Umsetzung benötigen. Weitere Informationen zu Mass Customization finden Sie in diesem Faktenblatt: Freund, R. (2009): Kindenindividuelle Massenproduktion (Mass Customization) (PDF). Solche Themen besprechen wir natürlich auch in dem von uns entwickelten Blended Learning Lehrgang Innovationsmanager (IHK). Informationen dazu finden Sie auf unserer Lernplattform.

Was ist ein Gründerökosystem?

rkw-3-2015Das aktuelle RKW-Magazin 3/2015 Treffpunkt: Gründerökosystem (PDF) befasst sich mit dem regionalen Umfeld, in dem Gründungen enstehen und rasch wachsen können. In der Printausgabe liegt zusätzlich noch ein schönes Canvas-Poster bei, auf dem alle Bereiche des Ökosystems genannt werden. Interessant finde ich den Hinweis auf Seite 26: “Viele Start-ups sind auf der Suche nach disruptiven Innovationen. Diese können besonders gut skaliert werden.”  Auf die Kritik an dem Begriff “Disruptive Innovationen” habe ich in diesem Blog schon geschrieben (Disruptive Innovationen in der Kritik). Diesmal geht es mir darum, ob das Ökosystem denn überhaupt daran interessiert ist, dass Start-ups ihr Geschäftsmodell rasch skalieren. In der Bankenmetropole Frankfurt/Main rumort es kräftig in der Gründerszene, da Fintechs (Neue Finanzdienstleistungen, die neue Technologien nutzen) eher blockiert, denn gefördert werden. Die bestehenden Gesetze schützen die Geschäftsmodelle der Industriegesellschaft und stellen oft große Hürden für innovative Start-ups dar. Die finanziellen Mittel für Start-up-förderungen liegen bei ca, 7 Mrd. Euro im Vergleich zu 38 Mrd. USD in den USA. Es kommt nicht von ungefähr, dass die EU feststellen musste, dass Deutschland im Vergleich zu den USA um 5-6 Jahre zurückliegt. Solche Zusammenhänge thematisieren wir auch in dem von uns entwickelten Blended Learning Lehrgang Innovationsmanager (IHK). Informationen dazu finden Sie auf unserer Lernplattform.