
In dem Blogbeitrag Künstliche Intelligenz: Von der Antike über das Mittelalter bis zum Dartmouth College habe ich aufgezeigt, dass es schon lange Konzepte zum Thema gibt und Künstliche Intelligenz erst seit 1956 eine akademische Disziplin wurde.
Diese Betrachtung rüttelt an der von Big Tech immer wieder verbreiteten Meinung, dass Künstliche Intelligenz in der Geschichte der Menschheit etwas Einmaliges, Unvergleichbares ist – für das es noch keine gesellschaftlichen Regeln gibt.
Dadurch, dass Big Tech ihre Modelle nicht transparent macht (Closed Source AI) umgibt sie eine Aura des Mystischen, des Magischen. Wenn sie die Modelle transparent machen würden, wie es Open Source AI Modelle vormachen, so würde man erkennen, dass da nichts dergleichen ist.
Die in den Jahrzehnten immer wieder genannte geheime Formel für die Herstellung von Coca Cola war auch so eine Vorgehensweise des Storytellings. Es ist und bleibt „nur“ geschicktes Marketing.
Auch lehrt uns die Geschichte, dass es den Menschen in ihren gesellschaftlichen Strukturen bisher immer gelungen ist, Regelungen zu finden, um neue Technologien zu nutzen, und gleichzeitig gesellschaftliche Auswirkungen zu dämpfen.
„The question is, hence, how to avoid the trap of treating AI as entirely novel, while at the same time being sufficiently mindful of the very concrete ways in which it can (adversely) affect society, and ensuring tailored governance mechanisms to counter potential harms“ (Smuha 2025).
Aktuell gibt es ein Ungleichgewicht in den Diskussionen, denn Big Tech dominiert die Debatte und möchte damit auch die gesellschaftlichen Strukturen wie gewünscht anpassen. In den USA sehen wir, wie das alles funktionieren soll.
In Europa haben wir die Chance, beide Extreme zu einem Kontinuum der Möglichkeiten für die sinnvolle gesellschaftliche Nutzung von Künstlicher Intelligenz zusammenzuführen. Es wundert nicht, dass Big Tech davon nicht begeistert ist. Doch immer mehr Menschen und Organisationen in Europa erkennen, dass eine Abhängigkeit von den Big Tech Denkmustern nicht unbedingt gut ist. Siehe dazu auch
Freund, R., Anisic, Z. (2026): Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs. International Conference MCP 2026, 16.-19.09.2026, Balatonfüred, Hungary.

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